Offener Brief an die Menschen in meinem Leben <3

An alle,die es interessiert. Ob aus Neugierde oder weil sie mich unterstützen wollen. In der Hoffnung eines Tages eine Antwort auf die Fragen zu finden, die ich mir wieder und wieder stelle.

Ich suche.
Nach Menschen, die mich akzeptieren
Nähe.
Geborgenheit.
Einem Ort wo es ok ist nicht perfekt zu sein.
Wo ich okay bin.
Für andere.
Und mich selbst.
Einem Ort des Vertrauens
Des gemeinsamen versuchens
Der Unterstützung.
Nach Freunden im Feindgebiet.
Verbündeten im Kampf.
Um mich selbst
Gegen den Scheiß
Den ich mir vorwerfe,
weil man nach all der Zeit die Vorwürfe der anderen so sehr verinnerlicht.
Die Erwartungen erfüllen will.
Die vielleicht nicht mal gestellt werden
Doch die Angst in mir sagt,
natürlich werden sie gestellt,
natürlich musst du funktionieren
und der Norm entsprechen,
du darfst sie  nicht enttäuschen
nicht traurig machen
und erst recht nicht zeigen wie es in dir aussieht
das Wirrwarr, das Chaos in dir.
Das Chaos im Kopf
Im Herzen
Überall um dich herum.
Und überhaupt deine Gefühle sind falsch.
Die falschen Gefühle
An die falschen Leute gerichtet
Während die richtigen weggestoßen werden.
Fühle mich schuldig.
Ist es nicht unfair
Meinen Freunden gegen über
Mich einsam zu fühlen?
Oder ausgeschlosssen.
Es könnten die besten Jahre deines Lebens sein.
Und du hängst hier so rum.
Ich…
Bin zerrissen.
Bin kaputt.
Bin kompliziert.
Ist das okay?

Komm mit mir selbst nicht klar.
Habe Probleme um Hilfe zu bitten,
sie anzunehmen.
sie mir zuzugestehen.
Mir einzugestehen
nicht perfekt sein zu müssen.
Ist es nun okay was ich fühle?
Oder nicht?
Oder doch?
Dreh mich im Kreis
Gedanken kreisen um die immer selben Themen.
Seit Jahren.
Und es scheint sich eh alles seit Jahren zu wiederholen
Nur mit ausgetauschten Namen.
Ja.
Namen sind austauschbar.
Wir alle sind es.
Man kann neue Kontakte knüpfen
Und versuchen alte zu halten…
Aber letzendlich hat so ein Tag doch nur 24 Stunden.
Wir haben nicht ewig Zeit.
Ist da noch Platz für eine wie mich?

Wieso spielen Erwartungen von anderen überhaupt so eine Rolle?
Wieso frage ich mich
Ob andere mich noch mögen
Wenn sie erfahren, dass  ich die deutschen Serien und Filme die viele so belächeln eigentlich gerne schaue
Wieso interessiert es mich was andere von meinem Musikgeschmack halten
Wieso mach ich das umgekehrt teils nicht besser?
Warum werten wir überhaupt?
Kann ich von anderen erwarten, etwas zu erfüllen was mir selbst nicht gelingt
Und kann ich wirklich böse sein wenn das nicht so ist?
Ich suche.
Suche nach Menschen,
die da sind.
Oder versuchen da zu sein.
Die fragen was ich brauche,
denen es nicht egal ist was ich mir wünsche
denen ich nicht egal bin.
Die mich halten,
an die ich mich anlehnen kann.
Mit denen ich lachen kann
Weinen kann
Schräg sein kann.
Lieder mitgröhlen kann.
Zusammen feiern
zocken
kochen
essen
Nächte durchmachen
reden und zuhören kann.
Filme schauen
Am Strand oder auf der Wiese liegen kann
und die Sonne genießen.
Ich weiß, dass es euch gibt.
Es muss euch geben.
Und es muss möglich sein sowas zu teilen
ohne dass es im gleichen Zug auch um Sex geht.
In einer Freundschaft
Ich weiß, dass ich euch teils  schon in meinem Leben habe.
Auch wenn nicht alle,
von denen ich mir das  wünschen würde so sind.
Aber es gibt schwarze Momente
in meinem Leben
meinem Kopf
in mir.
Wo ich nichts davon sehen kann
weil ich blind bin vor Selbsthass
und zweifeln
und die Stimme diese fiese Stimme
unaufhörlich eindringlich flüstert
und sagt ich bin allein.
Ganz allein.
und allen egal.

Bitte, geh dann nicht weg.
Genau dann brauch ich dich
deine Freundschaft
deine Liebe
am meisten.
Auch wenn ich dir genau dann am wenigsten zeigen kann,
was du mir bedeutest.
Ich erwarte keine Heilung
kein Wundermittel,
keine Perfektion.
Du kannst Fehler machen
Bitte !
Bleib
und hilf mir meinen Kampf zu gewinnen.
Ich würde für dich dasselbe tun.
oder was auch immer dir in deinem Kampf hilft.
Wenn du magst.
Ich hab dich lieb.

Ps: Depression ist ein verdammtes Arschloch. Menschen manchmal aber auch.

Nachtspaziergang

Mondlicht umglänzt
Sternen beschienen
Flüsternde Stimmen der Nacht
wispernde Winde
Schatten der Bäume
schwebend umarmende Macht.
Wir Händchen haltend
klackernde Schritte
zweisam allein durch den Wald
wimmerndes Käuzchen
raschelnde Blätter
sanft tänzeln Flocken eiskalt.
Flirrende Stille
Plätscherndes Wasser
Zärtlichkeit schenkende Hand
Zauber der Schwärze
Schleier der Wolken
kostbares nächtliches Band

© geschrieben 2010

Advent…was schon?

Advent, Advent
ein Lichtlein brennt.

Was denn, schon jetzt?
Die Zeit die hetzt.

Nicht dass ich mich nicht freue
es ist der Stress den ich bereue.

Es ist jetzt schon Ende November
für mich gefühlt Ende September.

Hat da jemand die Zeiger gedreht
ich sitz da und denk: Was schon so spät?

Gestern ging Sommer erst vorbei
bald schon das Christfest, ach oweih

Mein Zeitplan wohl daneben lag
egal euch einen schönen Tag.

©29.11.2009

Frieden

Eine weiße Taube
flattert auf.
Immer höher
steigt sie auf.

Kreist über mir
fliegt übers Land
die Botschaft
zu verkünden.

Es herrscht endlich
endlich
Frieden.

Der Krieg ist vorbei.

Es kehrt wieder Ruhe ein.
Das ist
die Erlösung von Leid.

Ein Leben
ohne Angst
vor dem plötzlichen Tod
das ist Freiheit.

Ein Leben
ohne Hass.
Das ist Frieden.

©2007